Chile

Sonntag, 31. August 2014

´n bisschen was über Essen
- oder ´n bisschen Vorurteile bereinigen -

Du fliegst ans andere Ende der Welt. Dann auch noch nach Lateinamerika. Klar, dass du da im Poncho und Alpakamütze Reis mit Hünchen isst, und zum Nachtisch Papaya.

(Ich kann hier jetzt natürlich nur für Chile sprechen.)

Blöd, dass das vollkommener Quatsch ist! Gerade in Chile ist das Obst und Gemüse Angebot ungefähr deckungsgleich mit dem in Deutschland. Eine Ausnahme: Avocado. Schmeckt hier besser aber kostet genau so viel wie in Deutschland. Jetzt gerade ist Winter, da beschränkt sich das superduperexotische Angebot auf Äpfel, Birnen, Mandarinen und Orangen.
Das noch exotischere Gemüseangebot besteht aus Zuchini, Tomaten, Zwiebeln, Wirsing, Kohl, Kürbis, Gurken... 
Ich bin mal gespannt auf den Sommer und freu mich schon auf ein hoffentlich vielfältigeres Angebot!



Insgesamt ist es erschreckend wie schlecht sich die Bevölkerung hier ernährt. Gerade in den ärmeren Schichten ist Übergewicht ein großes Problem.Dazu kommt, dass durch dieses Übergewicht mehr als 50% an Diabetis erkrankt sind.
Und ja, im ersten Moment dacht ich auch immer:
" Wie können die sich so viel Essen leisten?" 
Chile ist ein Land mit verdammt hohen Lebenshaltungskosten, im Vergleich zum Durchschnittseinkommen.
Und ein Land, was im Bereich Ernährung und Umweltbewusstsein sich noch ungefähr in der Steinzeit befindet.
Ein Apfel kostet hier so viel wie ne Packung Kekse. Und auf einem kaputten Gasherd kocht es sich auch lange nicht so schön wie auf einem superedlen Induktionsplattenherd. Dann arbeiten hier die meisten  Eltern bis spät Abends und haben weder Zeit noch Nerven für eine ausgewogene Ernährung. 
Auch sind "chilenische Spezialitäten" sehr oft fettig und ungesund.
Fritierte Käseempandas, Hotdogs mit Avocado und Majonäse... 
Mittlerweile versucht die Politik das Bewusstsein der Bevölkerung mit Kampagnen an den Metrostationen usw. zu ändern. Aber wer zieht denn schon freiwillig rote Beete einem gefüllten Berliner mit Creme vor ( und ja berliner gibts es hier wirklich und kaum ein Chilene weiß, dass die aus Deutschland kommen. Alle denken, dass sei eine Chilenische Erfindung), vor allem wenn rote Beete fast teurer ist als dieser Berliner.
Ich bin mal gespannt wie sich das noch entwickelt. 


Für unsere WG kaufen wir immer auf einer Feria, einem Markt ein, der gleich um die Ecke ist. Für das was ihr oben auf dem Bild seht, haben wir 20 Euro gezahlt, was für so viel Obst und Gemüse echt wenig ist. Die restlichen Dinge kaufen wir hier im Supermarkt und das ist echt teuer.


1 Kommentar:

  1. Mir gefällt dein Blog. Interessante Themen und schöne Fotos. Ich hätte gedacht, dass dort gerade Obst und Gemüse günstig ist.
    Ich wünsch die viel Spaß in Chile - werd deinen Blog nun regelmäßig verfolgen. :)
    LG Myri

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