Chile

Donnerstag, 14. August 2014

Angekommen im neuen Leben

Da bin ich nun. In einer riesengroßen, südamerikanischen Stadt, die so gar nichts zu tun hat mit dem Leben, dass ich aus einer 25.000 Einwohner Stadt gewohnt bin.
Santiago de Chile hat seinen ganz eigenen Charakter. Irgendwie eine Mischung aus Paris, Frankfurt und Berlin (nur viiel viiel größer) mit einer südamerikanischen Note.
Gerade im Stadtkern sind die kolonialen Wurzeln krass zu sehen. Das Stadtzentrum ist hochmodern. An jeder Ecke hat es einen Starbucks. Man bekommt von italienischem Eis bis zu Nike-Schuhen alles!
Doch der 1 1/2 stündige Heimweg in meine WG nach La Pintanta, ganz in den Süden von Santiago macht mir bewusst, dass diese riesen Stadt beim besten Willen keine Ähnlichkeit mit Paris, Berlin und Frankfurt hat. Denn Bretterbuden, Müllhalden und 290835289405 millionen Straßen Hunde kennt man in Europa so gar nicht.
Klar ist die Armut hier eine ganz andere als die in Bolivien zum Beispiel. Aber beschönigen kann man die Situation in keinster Weise! Meine Meinung über die Situation in dieser Hinsicht werd ich mir die nächsten Monate sicherlich besser bilden können. Ihr werdet von mir hören.

Ein paar Fakten über Santiago:

1. 
Metrofahren ist ein Erlebnis für sich. Vorstellen kann man sich das, wie in diesen Dokus über Japan. In denen sieht man ja auch immer Menschen, wie Sardinen in der Dose, in der Metro stehen. So ist es hier auch. Nur das auf den einzelnen Menschen nicht geachtet wird. Da kann es schon mal passieren, dass ein Mann noch so in die Metro gequetscht wurde, dass sein Gesicht gegen die Fenster ganz platt gedrückt wird. Platzangst sollte man hier wirklich nicht haben! Auch ist gerade bei den Stoßzeiten der Zeitaufwand mega nervig! Da muss man teilweise 15x Metros abwarten, bis man sich in einen Waggon reinquetschen kann.

2.
Den Müll muss man für die Müllabfuhr an Bäume oder Zäune hängen sonst wird er von den Straßenhunden zerfleddert.

3.
Was uns zu den Straßenhunden führt, die es hier wirklich überall hat. Das fiese ist, dass die teilweise so gar nicht aussehen, wie Straßenhunde.. Die Finger sollte man hier also von jedem Hund lassen, wenn man fiese Bakterien und Erreger meiden will.

4.
Die Anden sieht man hier (außer es hat krassen Smog)den ganzen Tag von jeder Stelle in Santiago. Wunderschön ist das!

5.
Hier ist alles viel entspannter. Auf dem Auswärtigen Amt chattet die Beamtin, isst ein Brot und nimmt irgendwie zwischen drin noch deine Daten auf. 3 Polizisten stehen an einer Fußgängerampel und 
es ist ihnen sowas von egal, dass trotzdem 30 Leute bei rot über die Straße marschieren.

6.
Wenn man will, dass ein normaler Linien Bus hält, dann muss man winken. Und wenn der Busfahrer beschließt, dass der Bus zu voll ist, dann wirst du ignoriert und musst auf den nächsten warten. Es gibt theoretisch Buspläne, die es in der Praxis so gar nicht gibt. Man wartet einfach bis ein Bus kommt. Was Gott sei Dank alle 5-10 Minuten passiert.

7.
In der Werbung hier sieht man ausschließlich europäische Models, was ziemlich komisch ist, weil ein Großteil der Bevölkerung hier indigenen Wurzeln hat.


Ein vorher-nachher Bild aus unserem WG Zimmer.

Hier eine WG-Tour:




Küsse und Grüße
eure Franzi

1 Kommentar:

  1. Uiii danke für den post, kann mir alles richtig gut vorstellen was du da erzählst :)
    Unglaublich was das für eine andere Welt sein muss, richtig krass :o kannst du mal ein Bild von der Stadt machen mit den Anden im Hintergrund? :)
    Freue mich auf das Video!!
    Ich vermisse dich ganz arg, tausend grüße!

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