Chile: 2014

Mittwoch, 24. Dezember 2014

 


Live-Bericht aus dem Weihnachtlich Geschmückten Wohnzimmer eines Häuschens in der Pasaje Santa Valeria 1244/ La Pintana - Santiago de Chile. Es ist der 24. Dezember 2015 um 16.55. Die aktuelle Außentemperatur beträgt 33 Grad Celsius, der Himmel ist blau und wolkenlos. Ich sitze hier neben einem kleinen Plastiktannenbäumchen, welches auf einer schönen Artesanías-Decke, umgeben von liebevoll verpackten Geschenken, steht. Die Küche wird langsam lebendig. Auf unsere Speiseplan stehen zur Vorspeise : Lachs-Spinat-Rolle, gefüllte Champignons und karamellisierte  Karotten. Als Hauptspeise Oma´s Gulaschrezept, Rotkohl, Knödel und Bandnudeln. Als Nachtisch selbstgemachtes Tiramisu und Schokoladen-Weihnachtseis. Begleitet von Glühwein, Sekt und einem guten Rotwein. Mir geht es wunderbar und ich freue mich auf das leckere Essen und die Bescherung in ein paar Stunden.

In der Kindergrippe haben wir gestern eine kleine Weihnachtsfeier für die Eltern veranstaltet. Die Kleine Gruppe hat eine Grippe gestaltet und einen kleinen
 "Tanz" aufgeführt.



Die Größere Gruppe hat auch einen Tanz aufgeführt. Alle Kinder mussten sich nach einer bestimmten Vorgabe anziehen. Leider haben viele Eltern keine Lust/ Geld gehabt um diese Kleidung 
ihren Kindern mitzugeben und deshalb sind nur 12 Kinder bei den Großen gekommen. 
Zum Ende der Veranstaltung haben die Erzieherinnen noch Happy Christmas von John Lennon einstudiert ( auf Spanisch aber) und den Eltern vorgesungen. Am Schluss haben natürlich alle Eltern 8945828908435 Bilder von und mit ihren Kindern geschossen - dem Smartphone sei Dank.
Heute haben wir noch Intern im Equipo gewichtelt. Die Kindergrippe ging bis 12.00 Uhr heute. Danach haben wir uns noch alle zusammen gesetzt, eine Art chilenischer Stollen gegessen und die Wichtelgeschenke verteilt.


Por fin: einen Lieben Gruß nach Deutschland! 
Eines wunderschönes Weihnachtsfest euch Allen und angenehme Feiertage. Und denkt immer daran, dass das schönste Geschenk der Feiertage  die gemeinsame Zeit mit den Menschen ist, die mehr bedeuten als das beste Geschenk der Welt! 










Samstag, 20. Dezember 2014

Talca

Wieder ein verlängertes Wochenende und ein kleiner Ausflug nach Talca. Die unbefleckte Empfängnis Marias hat uns diesen möglich gemacht.
Talca liegt mit dem Bus etwa 3 1/2 h entfernt von Santiago. Die Stadt an sich ist nicht sehr schön und durch das Erdbeben vor ca 5 Jahren immer noch total kaputt. Aber das Tal und der Nationalpark dort in der Nähe sind wunderschön! Leider war unser Ausflug sehr spontan, und wir haben "nur" die "7 tazas" besucht. Im Nachhinein hätte man noch einige Sachen machen können, aber Bustickets sind hier ja Gott sei dank sehr billig und schnell zu bekommen.. Und wer weiß vielleicht findet sich ja noch ein mal ein Wochenende.

Übernachtet haben wir 2 Nächte in einem sehr netten Hostel in Talca. Nach dem Motto "We are family" hatten wir keine Zimmerschlüssel und der Besitzer war sehr hilfsbereit und super nett!
Den kompletten Sonntag waren wir in dem Teil des National Parkes in dem die "7 Tazas" zu sehen sind (siehe Bilder unten, der Name erklärt sich dann von selbst..). Zum Glück sind wir früh los, und haben den Park dann wieder verlassen, als die Invasion chilenischer Kühlboxen im Anmarsch war.













Mittwoch, 10. Dezember 2014


Zwischen Bastelstress und glitzernden Lichterketten ist mir erst heute so richtig bewusst geworden, dass der Dezember und damit der 5 Monat hier schon angebrochen ist. Und das ist verrückt. 

Der Monat Dezember verlangt sehr sehr sehr viel Kreativität von mir ab. Dauernd bin ich am Basteln, Dekorieren und neue Ideen suchen. Wenn die Erzieherinnen einmal heraus gefunden haben, dass du ein Händchen für solche Dinge hast, bist du immer die Erste, die gerufen wird, wenn es in der Kindergrippe Aufgaben in diese Richtung gibt. 
Einerseits ist es etwas stressig aber es macht auch super viel Spaß, da die letzten Jahre die stressige 
Klausurenphase in der Schule die Zeit fürs Basteln&Co. genommen hat...

Wir zwei Voluntarias der Kindergrippe durften den kompletten Eingangsbereich gestalten. Der Wunsch unserer Directora war, dass wir den christlichen Hintergrund der Fundacion Cristo Vive einfließen lassen. So haben wir für das Wandbild einen Psalm ausgewählt, in dem es heißt, dass der Herr unserer Hirte ist und wir seine Schafe. Hier seht ihr unser fertiges Werk:




Den restlichen Bereich haben wir so geschmückt:




Dann habe ich noch einen Adventskalender für meine Gruppe gebastelt. Jeden Tag darf ein Kind eine "surpresa" öffnen. Für die Jungs gibt es Mini-Rittersportschokolade und Haribo und für die Mädchen habe ich Haargummis gekauft und dazu noch ein Haribo-Päckchen gesteckt.



Die Arbeit mit der Familie wird in unserer Kindergrippe sehr schön verfolgt. Im Eingangsbereich haben wir einen Tannenbaum stehen. Jedes Kind hat einen kleinen Holzstern mit nach Hause bekommen um diesen mit der Familie zu verzieren und eine Botschaft darauf zu hinterlassen. Alle Sterne wurden nun an den Baum gehängt und an Heiligabend bekommt jede Familie einen anderen Stern mit einer schönen Botschaft als Geschenk.





Dann will ich noch ein RIESSEN GROSSES DANKESCHÖN an die Klasse 6e der Realschule Stockach schicken die im Rahmen "Kinder hier und anderswo" einen Kuchenverkauf veranstaltet haben und mit dem Geld 10 Kästen Wachsmalblöcke von Stockmar gekauft und mir geschickt haben.
Geld für richtig gutes Material fehlt hier an allen Enden und Ecken und meine Directora hat mich stürmisch umarmt als ich ihr das Päckchen überreicht habe!
( Eure Bilder haben wir auf ein großes Plakat geklebt und in der Kindergrippe an die Wand gehängt.)

Und jetzt noch ein paar Bilder:

Ganz viele Liebe Grüße!




Der Moment, in dem beschlossen wird 8 Kinder gleichzeitig "trocken zu legen", und ich eigentlich nur noch am Hosen wechseln bin. Die Töpfchen, so neben bei, find ich zuckersüß.



Die ist so supercool drauf. Ist die Älteste aber spricht noch kein Wort. Irgendwie haben wir beide einen guten Draht. 


Samstag, 29. November 2014

  

Die Grundidee eines FSJs im Ausland ist "zu helfen". In ein Land zu reisen, in dem zum Beispiel die Infrastruktur schlecht ist. In ein Land in dem es Bevölkerungsschichten gibt, die Unterstützung von Organisationen benötigen um den Lebensalltag zu bestreiten. 
Chile ist schon längere Jahre kein Entwicklungsland mehr. Es gibt keine großen Slums mehr, keine untergewichtigen Kinder und das Problem der Kinderarbeit. Ich will hierzu in diesem Post keine weiteren Ausführungen tätigen, aber worauf ich hinaus will ist, dass Deutschland sich manche Dinge von Chile ruhig abschauen und lernen könnte wie zum Beispiel TELETON.

Teleton ist ein Hilfswerk für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Überall in den großen Städten im Land gibt es Teletón - Einrichtungen mit Spezialisten für die geistigen und körperlichen Behinderungen der Kinder und Jugendlichen. Für die Familien, die Beispielsweise auf den kleinen Inseln im tiefen Süden  Chiles wohnen, bietet Teletón per Webcam Therapie Stunden an, und das ist für viele Familien ein Segen. Außerdem verfolgt Teletón "eine kulturelle Veränderung bezüglich der Würde von Menschen mit Behinderung und ihrer Rechte". Dieses Ziel wird super schön verfolgt, und dies ist auch der Teil, bei dem sich Deutschland etwas abschauen könnte.

Jedes Jahr gibt es 2 Tage an denen man für Teletón spenden kann. Und an diesen 2 Tagen geht wirklich jeder Chilene auf die Bank und spendet Geld! Und wenn man nicht gerade spenden geht, sitzt man vor dem Fernsehn mit einer Packung Taschentücher und schaut die Teletón show im Fernsehn an. Taschentücher deshalb, weil Schicksale von Kindern mit Behinderung gezeigt werden und diese teilweise so dramatisch sind und die Hilfe von Teletón dann so schön, dass man die ganze Zeit weinen muss. Die Fernsehshow läuft die 2 Tage auf jedem Kanal im Fernsehen und ist so eine Mischung aus Wetten das, einer Comedyshow, einer Tanzshow, einer Doku  und einer riesengroßen Party. Die ganze Zeit gibt es liveschaltungen in verschiedene Bankfilialen in ganz chile, in denen der aktuelle Spendenstand durchgegeben wird.
 In der Kindergrippe haben wir mit den Kindern und Eltern zusammen allein 37000 Pesos gesammelt und gespendet. Letztes Jahr sind insgesamt 25 445 520 245 Pesos zusammen gekommen, dieses jahr mehr als 28 000 000 000 chilenische pesos. Und das ist super viel Geld! 

Auf diese zwei Tage wird das ganze Jahr lang mit Fernsehkampagnen, Werbeplakaten usw. "hingearbeitet". Sehr viele chilenische Marken haben mittlerweile einen Teletónstempel, und beim Kauf eines solchen Produktes spendet man automatisch. 
Außerdem wird mit den Kampagnen gleichzeitig eben die "kulturelle Veränderung" verfolgt. Die Kampagnen sind voller Esprit und Lebensfreude und richtig schön gemacht: da gibt es Bailetón bei dem Jugendliche in Rollstuhl mit anderen Jugendliche
n Zumba tanzen, es gibt jedes Jahr eine Teletón Hymne von bekannten Chilenischen Künstlern, die auch gleichzeitig ein Charthit sein könnte :


Alle Chilenen sind super stolz auf Teletón und es ist schon fast Vaterlandsverrat wenn man nicht spendet. Das ganze Land nimmt mit so viel Motivation und Freude daran Teil. Und das, weil teletón es schafft mit sehr viel Feingefühl und Engagement alle Menschen mit in seinen Bann zu reißen. Hut ab! 

Donnerstag, 20. November 2014




Am 31. Oktober ist in Chile Feiertag, und somit für uns ein verlängertes Wochenende. Das haben wir uns nicht 2 mal sagen lassen und sind ein paar Tage  nach Valparaíso gefahren um aus der Smogglocke Santiagos zu entfliehen und ein bisschen Meeresluft schnuppern.
So haben wir uns 2 Nächte in einem supersüßen Hostel im Zentrum von Valparaíso einquartiert und die Stadt erkundet.
In meinem Video erzähle ich alles genauer:





Hier Bilder von den 3 Tagen und ein paar Café Tipps!


>> Tag 1 <<









Links das Café del Jardin am Cerro Alegre, welches eine 
geniale und überaus kreative Cafékarte bietet.



Im Café floracafe auch am Cerro Alegre, mit superleckerem Karottenkuchen und Salaten.






>> Tag 2 <<



THA GANG




Der Strand von Vina del Mar ist wirklich nicht schön, aber es ist ein Strand.. 











J.C.Cruz. DIE Kultbar Valparaísos in der man nur Chorillana essen kann. Zu empfehlen sind auch die Terremotos hier! Die sind genial.



>>Tag 3<<


Avenida Alemana







Café la belle epoque, meiner Meinung das schönste Café Valparaísos und ist auch noch gleichzeitig Boutique und Galerie.




Aussicht vom Pablo Neruda Haus